Vorwort von Thomas
Liebe Sex-Geeks,
wir schreiben oft über Technik. „Wie fesselt man?“, „Wie funktioniert Edging?“. Aber Technik ohne Emotion ist wie ein Auto ohne Benzin. Es bewegt nichts.
Diese Geschichte ist ein Experiment. Ich möchte euch zeigen, wie sich Dominanz und Unterwerfung (D/s) anfühlen können, wenn Vertrauen die Basis ist. Es geht um Mark und Lena – ein Paar wie du und ich, das beschlossen hat, für 48 Stunden die Rollen komplett neu zu verteilen.
Vielleicht erkennt ihr euch wieder. Vielleicht inspiriert es euch.
Viel Spaß beim Kopfkino.
Kapitel 1: Die Stille im Auto
Der Regen prasselte gegen die Windschutzscheibe unseres Kombis, ein monotones Trommeln, das seltsam beruhigend wirkte – ganz im Gegensatz zu dem Sturm, der in meinem Magen tobte.
Mark saß am Steuer. Er fuhr ruhig, wie immer. Seine Hand lag locker auf dem Schaltknauf. Ich starrte auf diese Hand. Normalerweise würde ich jetzt rüber greifen, meine Finger mit seinen verschränken, über den Job meckern oder fragen, was wir abends kochen.
Aber heute war nicht „normalerweise“.
Heute war Freitag, 17:00 Uhr. Unser Experiment hatte begonnen, sobald wir auf die Autobahn gefahren waren.
Die Abmachung war simpel und beängstigend zugleich: Für die nächsten 48 Stunden habe ich nichts zu sagen. Keine Entscheidungen. Keine Initiative. Ich bin Sub. Er ist Dom.
„Kalt?“ fragte Mark. Seine Stimme war tiefer als sonst. Oder bildete ich mir das nur ein?
„Ein bisschen“, antwortete ich reflexartig.
Er drehte die Heizung hoch, ohne mich anzusehen. „Besser?“
„Ja, danke.“
„Nicht ‚Ja, danke‘“, korrigierte er mich sanft, aber bestimmt. Er sah immer noch auf die Straße. „Wir hatten eine Regel für die Ansprache, Lena.“
Mein Herz setzte einen Schlag aus. Die Regeln. Wir hatten sie gestern Abend beim Wein aufgeschrieben.
„Ja… Sir“, flüsterte ich. Das Wort fühlte sich fremd an auf meiner Zunge, verboten und elektrisierend zugleich.
Mark lächelte. Nur ganz leicht. „Gutes Mädchen.“
Diese zwei Worte – Gutes Mädchen – lösten eine Hitzewelle in meinem Bauch aus, die nichts mit der Sitzheizung zu tun hatte. Es war genau dieser Dirty Talk, den wir geübt hatten. Nicht vulgär, sondern besitzergreifend. Er bestätigte meine Rolle. Ich lehnte mich im Sitz zurück und spürte, wie meine Oberschenkel unwillkürlich aneinander rieben.
Wir hatten ein kleines Chalet im Schwarzwald gemietet. Abgelegen. Kein WLAN (hoffentlich). Nur wir und der Kamin. Und die Tasche im Kofferraum.
In der Tasche waren keine Wanderklamotten. Darin waren die Seile, die ich mir selbst ausgesucht hatte, das Massageöl und der schwarze Seiden-Blindfold.
Ich wusste, was kommen würde. Und gleichzeitig wusste ich gar nichts. Das war das Schlimmste. Und das Beste.
Kapitel 2: Die Ankunft & Das Ritual
Das Chalet roch nach Holz und kaltem Rauch. Es war perfekt. Mark trug beide Taschen hinein. Ich stand im Flur und wusste nicht, was ich tun sollte. Jacke ausziehen? Helfen?
„Steh nicht rum“, sagte Mark. Er stellte die Taschen ab und drehte sich zu mir um. Sein Blick war anders. Intensiver. Er musterte mich nicht wie seinen Partner auf Augenhöhe, sondern wie… ein Projekt. Ein Objekt seiner Begierde, das er formen konnte.
„Zieh dich aus“, sagte er.
Keine Bitte. Ein Befehl.
„Hier? Im Flur?“
Er hob nur eine Augenbraue. Er wiederholte sich nicht. Das war Teil des Deals. Wenn er etwas zweimal sagen musste, gab es Konsequenzen.
Mit zitternden Fingern öffnete ich den Reißverschluss meiner Jacke. Sie fiel zu Boden. Dann die Schuhe. Der Pullover. Die Jeans.
Ich stand in meiner Unterwäsche da. Es war nicht kalt im Haus, aber ich bekam Gänsehaut. Ich fühlte mich entblößt, obwohl er mich schon tausendmal nackt gesehen hatte. Aber dieses Mal zog ich mich nicht aus, um zu duschen oder Sex zu initiieren. Ich zog mich aus, weil er es wollte. Ich gab meinen Schutz auf.

„Den Rest auch“, sagte er leise. Er kam einen Schritt näher.
Ich hakte den BH auf und ließ ihn fallen. Dann den Slip.
Nackt.
Er stand immer noch voll bekleidet vor mir – Jeans, Hemd, Stiefel. Dieser Kontrast machte mich wahnsinnig. Die Machtdynamik war jetzt nicht mehr nur ein Gedanke, sie war sichtbar. Er: geschützt, kontrolliert, warm. Ich: nackt, verletzlich, ausgeliefert.
Mark ging um mich herum. Ich spürte seinen Blick auf meinem Rücken, auf meinem Hintern. Ich wollte mich instinktiv bedecken, die Arme vor die Brust kreuzen, aber ich zwang mich, sie hängen zu lassen.
Er trat hinter mich. Sein Atem streifte mein Ohr.
„Du siehst wunderschön aus, wenn du so zitterst“, flüsterte er.
Dann spürte ich seine Hände. Nicht an meinen Brüsten oder zwischen meinen Beinen. Er legte seine großen, warmen Hände auf meine Schultern und drückte mich sanft, aber unnachgiebig auf die Knie.
„Knie dich hin.“
Ich sank auf den weichen Teppich. Der Boden war kühl an meinen Knien. Ich schaute zu seiner Gürtelschnalle hoch. Die Perspektive änderte alles. Ich war klein. Er war riesig.

„Regel Nummer 2“, sagte er und fuhr mit der Hand durch mein Haar, griff dann leicht in meinen Nacken – ein Griff, der Sicherheit gab, aber auch fixierte.
„Du darfst nicht kommen, bis ich es sage. Wir werden deine Lust stauen. Wir werden dich an den Rand bringen, wieder und wieder. Edging ist das Thema dieses Wochenendes, Lena. Hast du verstanden?“
Mein Mund wurde trocken. Nicht kommen? Das ganze Wochenende?
„Ja, Sir“, hauchte ich.
„Gut. Dann gib mir dein Handy.“
Ich schaute ihn verwirrt an. „Mein Handy?“
„In deiner Jackentasche. Gib es mir.“
Ich stand auf (durfte ich das? Er sagte nichts), holte das Handy und kniete mich wieder hin, um es ihm zu reichen.
Er nahm es und steckte es in seine Hosentasche.
„Keine Ablenkung. Du gehörst jetzt mir. Nicht Instagram, nicht WhatsApp. Nur mir.“
Er beugte sich zu mir herunter, nahm mein Kinn in seine Hand und küsste mich. Es war kein wilder Kuss. Er war langsam, forschend, besitzergreifend. Seine Zunge erkundete meinen Mund, als würde er ihn neu vermessen.
Gleichzeitig glitt seine andere Hand von meinem Nacken meinen Rücken hinunter, über die Kurve meines Hinterns, bis zu meinem Oberschenkel. Aber er berührte mich nicht zwischen den Beinen. Er stoppte kurz davor. Teaste mich.
Ich stöhnte leise in seinen Mund, drückte mich ihm entgegen.
Er löste den Kuss und stand abrupt auf.
Ich kippte fast vorne über, so sehr fehlte mir plötzlich sein Halt.
„Warte hier“, sagte er. „Ich mache den Kamin an. Und du… du fasst dich nicht an. Wenn ich zurückkomme und du feucht bist, ist das okay. Aber wenn ich sehe, dass du gespielt hast…“
Er ließ den Satz in der Luft hängen. Ein Versprechen. Eine Drohung.
Er drehte sich um und ging ins Wohnzimmer.
Ich blieb im Flur knien. Nackt. Allein.
Mein Herz hämmerte so laut, dass ich dachte, er müsste es hören. Ich war unglaublich erregt. Und ich hatte noch nie so viel Angst gehabt, etwas falsch zu machen – und mich gleichzeitig so sehr darauf gefreut.
Guides (Zum Nachmachen)
- Wie Mark spricht: Willst du lernen, so dominant zu klingen? Hier sind 30 Dirty Talk Sätze.
- Die Technik dahinter: Warum Lena so reagiert (Dopamin-Stau), erkläre ich im Edging-Guide.
- Sicher starten: Wenn du Angst hast, Regeln aufzustellen, lies erst den BDSM-Einsteiger-Guide.