Moin Sex-Geek-Brüder,
es gibt Orte, an denen man sich sofort wohlfühlt (Kneipe, Baumarkt, Sofa).
Und dann gibt es Orte, vor denen man im Auto sitzt, die Hände schwitzen am Lenkrad, und man fragt seine Frau dreimal: „Wollen wir wirklich da rein?“
Letztes Wochenende waren Lisa und ich an so einem Ort.
Ein Swingerclub in NRW. (Namen nenne ich nicht, aber Kenner wissen Bescheid).
Wir sind keine Profi-Swinger. Wir sind ein normales Paar aus Wermelskirchen. Wir haben Sex-Toys, wir mögen BDSM light, aber Sex mit anderen? Das war Neuland.
Warum wir es getan haben? Neugier. Und weil man nicht „Sex Geek“ sein kann, ohne die Königsdisziplin gesehen zu haben.
Hier ist unser absolut ehrlicher Bericht: Vom Buffet (ja, das Klischee stimmt) bis zur Orgie (die ganz anders war als gedacht).
Phase 1: Die Angst vor der Tür (Der Parkplatz-Moment)
Wir saßen im Auto. 21:30 Uhr.
Lisa: „Ich fühle mich dick in dem Kleid.“
Ich: „Du siehst heiß aus. Ich fühle mich wie ein Hochstapler.“
Das größte Vorurteil: Dort sind nur alte, dicke Männer.
Wir sahen Paare aussteigen. Manche jung und fit, manche… naja, „gut bürgerlich“.
Es sah nicht aus wie Hollywood. Es sah aus wie ein Elternabend, nur dass die Frauen kürzere Röcke trugen.
Regel Nr. 1 für Anfänger: Niemand ist perfekt. Im Club interessiert es niemanden, ob du Sixpack hast. Es interessiert nur, ob du gepflegt bist.
Phase 2: Der Check-In (Hygiene & Handtücher)

An der Kasse: 60€ Eintritt (Paarpreis) + Getränke pauschal.
Die Dame am Empfang war nicht lack-und-leder-böse, sondern nett wie eine Bäckereifachverkäuferin.
„Erstes Mal hier? Keine Sorge. Alles kann, nichts muss. Hier sind eure Handtücher.“
Dann die Umkleide.
Männer links, Frauen rechts (oder gemischt, je nach Club).
Ich zog mein Hemd aus, legte mein Handtuch um.
Als ich rauskam, stand Lisa da. Schwarzes Minikleid, High Heels. Mein Herz pochte.
Nicht wegen den anderen. Wegen IHR.
Das ist der erste Effekt des Swingerclubs: Du siehst deine eigene Frau plötzlich durch die Augen der anderen Männer. Das macht verdammt scharf.
Phase 3: Das Buffet (Der Mythos lebt)
Ja, es gibt immer Essen. Und ja, es ist surreal, wenn Leute im Bademantel Nudelsalat essen.
Wir setzten uns an die Bar.
Wir dachten, wir werden sofort angesprungen: „FICKEN?“
Realität:
Niemand sprang uns an.
Die Leute redeten. Über Urlaub. Über Jobs.
Es war… harmlos.
Ein älteres Paar nickte uns zu. Wir nickten zurück. Das war’s.
Der „Neuling-Schutz“:
Viele Clubs haben Neon-Armbänder für Neulinge. Das signalisiert: „Bitte nicht bedrängen, wir gucken nur.“ Wir hatten keine, aber unsere Körpersprache schrie „HILFE“.
Phase 4: Die Spielwiese (Kino im Kopf vs. Realität)

Gegen 23 Uhr wurde es leerer an der Bar. Alle gingen nach hinten.
Wir folgten.
Der „Spielbereich“. Große Betten, Separees, eine Gyn-Liege (ernsthaft?), Schaukeln.
Und dort passierte es.
Drei Paare auf einer riesigen Matratze.
Ich dachte, ich würde Eifersucht spüren, wenn ich das sehe.
Aber ich spürte Faszination.
Es war nicht hektisch wie im Porno. Es war langsam. Sinnlich.
Ein Mann leckte eine Frau, während ihr Mann daneben saß und sie streichelte.
Lisa flüsterte: „Wollen wir uns irgendwo hinlegen?“
Wir suchten uns ein freies Bett am Rand.
Wir hatten Sex. Nur wir zwei.
Aber das Wissen, dass drei Meter weiter andere vögeln, und dass uns vielleicht jemand zuschaut… das war Brandbeschleuniger.
Ich habe Lisa an diesem Abend so intensiv gespürt wie lange nicht mehr. Wir waren eine Einheit gegen den Rest der Welt.
Phase 5: Der Kontakt (Oder auch nicht)
Ein Mann kam vorbei. Er blieb stehen, schaute zu.
Lisa schloss die Augen (Zeichen für: „Ich will meine Ruhe“).
Er verstand sofort und ging weiter.
Wichtigste Lektion:
Der „Consent“ (Zustimmung) wird hier ernster genommen als in jeder Disco. Ein „Nein“ (oder ein Wegschauen) wird sofort akzeptiert. Wer grapscht, fliegt raus.
Wir haben an diesem Abend mit niemandem getauscht. Und das war völlig okay.
Das Fazit: Würden wir es wieder tun?
Lisas Meinung:
„Die Aufregung vorher war schlimmer als der Abend. Ich fand es geil, dass wir uns so nah waren. Aber ich weiß nicht, ob ich fremde Männer anfassen will. Vielleicht nächstes Mal nur zuschauen?“
Meine Meinung:
Es entmystifiziert Sex. Sex wird dort zu etwas sehr Natürlichem, fast Alltäglichem. Das nimmt den Druck.
Und: Wir haben zuhause danach noch drei Tage lang darüber geredet. Das Kopfkino wirkt nach.
Für wen ist das was?
- Für Paare, die stabil sind. (Wenn ihr Beziehungsprobleme habt: GEHT NICHT HIN. Das rettet euch nicht, das zerbricht euch).
- Für Exhibitionisten (Leute, die gerne gesehen werden).
- Für Neugierige.
Für wen nicht?
- Für Eifersüchtige.
- Für Leute, die Pornos erwarten. (Echte Menschen haben Bäuche, Haare und machen komische Geräusche).
Thomas‘ 5 goldene Regeln für das erste Mal
- Nur Gucken ist erlaubt. Du musst gar nichts. Du kannst auch 4 Stunden an der Bar Cola trinken und wieder fahren.
- Das „Safe-Word“: Macht vorher ein Zeichen aus. Wenn einer sich unwohl fühlt (z.B. zweimal Hand drücken), gehen BEIDE sofort. Keine Diskussion.
- Hygiene ist Pflicht: Duschen vor Ort ist Standard. Frische Wäsche sowieso. Und: Kondome liegen dort überall. Nutzt sie.
- Kein Alkohol-Exzess: Ein Drink gegen die Nervosität ist okay. Betrunken sein ist ein No-Go. Wer lallt, hat keinen Sex.
- Nachbesprechung: Redet am nächsten Morgen darüber. Was war geil? Was war komisch? Das ist wichtig für die Verarbeitung.
FAQ: Swingerclub Fragen, die sich keiner traut zu stellen
Muss ich eine perfekte Figur haben?
Nein. Wirklich nicht. Du wirst dort alles sehen: Von Größe XS bis XXL. Das Selbstbewusstsein ist viel wichtiger als der BMI.
Sind da viele Einzelmänner?
Ja, an speziellen Abenden. Aber Paare haben immer Vorrang. Einzelmänner müssen sich oft benehmen wie Diplomaten, um ranzukommen. Als Paar seid ihr die Könige.
Kostet Sex im Club extra?
Nein. Eintritt zahlt man, der Rest ist freiwillig. Es ist kein Bordell.
Was zieht man an?
Männer: Schwarze Hose, Hemd (kein T-Shirt!), saubere Schuhe.
Frauen: Kleid (kurz oder lang), Dessous drunter.
Im Club selbst laufen viele später in Unterwäsche oder Bademantel rum. Nackt ist man meistens nur im Pool/Sauna oder im Bett.
Weitere Guides für dich:
Pheromone im Test – Hilft das Zeug im Club? (Spoiler: Eher nicht).
Fickkontakte finden – Wenn ihr lieber privat sucht statt im Club.
BDSM für Einsteiger – Spielideen für zuhause.
Bleibt neugierig (und mutig),
Thomas