Vorwort von Thomas
Willkommen zurück im Chalet.
In Teil 1 haben wir Lena nackt im Flur warten lassen. Diese „Wartezeit“ ist im BDSM oft intensiver als die Action selbst. Jetzt holen wir sie rein.
In diesem Teil zeige ich euch, wie Seile (Bondage) nicht wehtun, sondern eine seltsame Art von Umarmung sind. Und wir starten das „Edging-Game“ – das Spiel mit dem „Fast“.
Kapitel 3: Das Knistern
Wie lange kniete ich schon im Flur? Fünf Minuten? Zehn? Zeit verliert jede Bedeutung, wenn man darauf wartet, erlöst zu werden.
Ich hörte das Knacken von Holz. Der Geruch von Feuer zog durch den Türspalt.
„Komm rein“, rief Mark.

Ich stand auf. Meine Beine waren etwas wackelig, teils vom Knien, teils von der Aufregung. Ich betrat das Wohnzimmer.
Es war nur durch das Kaminfeuer beleuchtet. Die Schatten tanzten an den Holzwänden. Vor dem Kamin lag ein großes Fell. Und darauf lagen sie: Zwei rote Juteseile. Sauber aufgerollt, bereit.
Mark saß in einem Sessel daneben, ein Glas Whisky in der Hand. Er wirkte unfassbar ruhig. Der Kontrast zu meinem inneren Chaos hätte nicht größer sein können.
„Komm her“, sagte er und deutete auf das Fell. „Leg dich hin. Auf den Rücken.“

Ich legte mich auf das weiche Fell. Die Wärme des Feuers traf meine Haut sofort. Es fühlte sich an wie ein Streicheln. Ich schaute zu ihm hoch.
Er stellte das Glas weg, nahm eines der Seile und kniete sich über mich. Er setzte sich rittlings auf meine Oberschenkel. Sein Gewicht drückte mich in den Boden. Ich fühlte mich geerdet.
„Weißt du, warum wir Fesseln benutzen, Lena?“ fragte er leise, während er das Seil langsam durch seine Hände gleiten ließ. Das raue Material streifte meinen Bauch. Ich zuckte zusammen.
„Damit ich mich nicht wehren kann?“ flüsterte ich.
„Nein“, sagte er und begann, mein linkes Handgelenk zu umwickeln. „Damit du nicht denken musst. Wenn du gefesselt bist, kannst du nichts tun. Du bist frei von der Verantwortung. Du musst nur sein.“
Er zog den Knoten fest. Nicht so fest, dass es wehtat, aber fest genug, dass ich ihn spürte. Ein Somerset-Knoten, einfach, aber effektiv. Er band meine Hände über meinem Kopf zusammen.
Dann nahm er das zweite Seil und fixierte meine Hände an einem schweren Holzbalken, der Teil der Kaminumrandung war.
Ich streckte mich. Mein Oberkörper hob sich, meine Brüste drückten sich ihm entgegen. Ich war jetzt völlig offen. Präsentiert.
Kapitel 4: Bis zur Kante (Edging)
Mark betrachtete sein Werk. Er fuhr mit dem Finger meine Silhouette nach. Vom gefesselten Handgelenk, über die Achsel, die Seite meiner Brust hinab zur Taille.
„Perfekt“, murmelte er.
Er beugte sich vor und begann, mich zu küssen. Sein Bart kratzte leicht auf meiner Haut, das Feuer wärmte meine Seite, das Seil spannte an meinen Handgelenken. Es war eine Reizüberflutung.
Seine Hand glitt endlich – endlich – zwischen meine Beine.
Ich stöhnte laut auf. Ich war so nass, dass es mir fast peinlich war. Aber er lächelte nur in den Kuss hinein.
„Ungeduldiges kleines Ding“, flüsterte er.
Er begann rhythmisch zu streicheln. Nicht zu schnell. Quälend langsam. Er kreiste um den Kitzler, drückte sanft, ließ wieder locker.
Mein Becken hob sich instinktiv, ich wollte mehr Druck, mehr Tempo. Ich wollte reiben, mich bewegen. Aber seine Oberschenkel auf meinen Beinen und die Seile an meinen Händen hielten mich fest. Ich konnte nur empfangen.
Die Lust stieg in Wellen auf. 60%… 70%…
Er wurde schneller. Seine Finger fanden den Rhythmus, den ich brauchte.
„Bitte“, keuchte ich. „Mark, bitte…“
„Sir“, korrigierte er mich, ohne aufzuhören.
„Sir, bitte…“
Ich spürte, wie ich auf die 90% zusteuerte. Die Muskeln in meinem Bauch zogen sich zusammen. Meine Zehen krallten sich in das Fell. Der „Point of No Return“ war greifbar nah.
Und dann hörte er auf.
Abrupt.
Er zog seine Hand weg.
Ich riss die Augen auf. Mein Körper schrie vor Protest. Ich wimmerte. Es war ein fast körperlicher Schmerz, so als würde man beim Niesen unterbrochen werden.
„Nein…“, jammerte ich.
Mark lehnte sich zurück und betrachtete mich. Ich lag da, atemlos, zuckend, gefesselt.
„Regel Nummer 2, erinnerst du dich?“, sagte er ruhig. „Wir stauen die Energie.“
Er beugte sich vor und leckte mir einmal sanft über den Hals, genau dort, wo mein Puls raste.
„Das Dopamin in deinem Kopf tanzt gerade Tango, Lena. Spürst du das? Du bist wacher als jemals zuvor.“
Er hatte recht. Ich war frustriert, ja. Aber ich war auch lebendig. Jeder Nerv in meinem Körper stand unter Strom.
„Wir fangen gerade erst an“, sagte er und griff nach dem Massageöl. „Die Nacht ist noch lang.“
(Fortsetzung folgt…)
Guides
- Die Psychologie: Warum „Nicht-Kommen“ geiler sein kann als Kommen, erkläre ich im Artikel über Orgasmus-Kontrolle.
- Vorbereitung: Toys & Zubehör Liste.